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Fragen und Antworten zu den aktuell hohen Inzidenzwerten im Kreisgebiet

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Der Kreis Mettmann gab gestern umfassend Auskunft über die Gründe für die derzeit hohen Inzidenzwerte im Kreisgebiet. Wir möchten Ihnen diese hier im Folgenden nochmals in Form eines FAQ wiedergeben:

Gibt es im Kreisgebiet etwaige Corona-Hotspots?
Ausgesprochene „Hotspots“ gibt es im Kreis Mettmann nicht.

Wie stellt sich das Infektionsgeschehen im Kreisgebietr aktuell dar?
Das Infektionsgeschehen ist nach wie vor sehr diffus und erstreckt sich vor allem auf den privaten bzw. familiären Bereich. Zwar gab es zuletzt einige Ausbrüche in Flüchtlingsunterkünften, doch selbst wenn man diese aus den Infektionszahlen herausgerechnet hätte, wäre die Inzidenz im Kreis nicht unter den Schwellenwert von 165 gesunken.

Werden derzeit schon Impfungen in Flüchtlings- und Obdachlosenunterkünften angeboten?
Ja, es wird bereits mit mobilen Teams in den Flüchtlings- und Obdachlosenunterkünften in den kreisangehörigen Städten geimpft.

Wie kam es zu den hohen Inzidenzwerten bzw. welche Faktoren sind mit dafür verantwortlich?
Ende April/Anfang Mai hatte der Kreis durch personelle Ausfälle und gleichzeitige technische Probleme eines Labors nicht unerhebliche Rückstände bei der Meldung von Infektionsfällen an das RKI. Deshalb sank der Inzidenzwert scheinbar und erreichte am 02. Mai einen unrealistisch niedrigen Wert von 152. Seit Anfang der vergangenen Woche wird noch einmal zusätzliches Personal im Gesundheitsamt eingesetzt, um die Fälle aufzuarbeiten. Durch die Nachmeldungen flossen täglich über 200 Neuinfektionen in die Statistik ein, wodurch der Inzidenzwert rechnerisch auf über 200 anstieg. Am 10.05.2021 lag die Inzidenz rechnerisch bei 224,5. Inzwischen ist die rückständige Erfassung der Neuinfizierten jedoch aufgearbeitet. Die tagesaktuellen Erfassungen haben in den vergangenen drei Tagen im Schnitt jeweils rund 120 Neuinfektionen ergeben, sodass davon ausgegangen werden kann, dass sich der Inzidenzwert auch im Kreis Mettmann in den kommenden Tagen deutlich nach unten entwickeln wird.

Ist das Impf-Tempo im Kreisgebiet besonders langsam?
Das oft zitierte Ranking in diesem Zusammenhang fußt auf den Angaben der kassenärztlichen Vereinigung. Wir sind nicht schlechter als andere Kommunen. Der Kreis Mettmann verimpft alles, was ihm an Impfstoffmengen zugewiesen wird, und bemüht sich fortgesetzt um zusätzliche Kontingente. Im Mai erhält man deshalb immerhin 13.200 Impfdosen mehr als im Impferlass des Landes vorgesehen. Allerdings bekommen andere Kommunen mit z.B. großen Krankenhäusern bzw. Kliniken noch mehr Impfstoff. Obendrein haben wir mehr alte und vorerkrankte Menschen als die meisten anderen Kommunen, was in der Impfstoffzuteilung (trotz z.T. erfolgreicher Intervention beim Land) nicht adäquat berücksichtigt wird. Hinzu kommt, dass die kassenärztliche Vereinigung nicht alle Impfungen in Einrichtungen und Krankenhäusern erfasst hat. Tatsächlich wurden im Kreis Mettmann bis zum 09. Mai schon über 138.000 Erstimpfungen und fast 39.000 Zweitimpfungen (und somit insgesamt rund 177.000 Impfungen) verabreicht.

Schließlich wird derzeit immer wieder die Frage aufgeworfen, ob der Kreis Mettmann – dem Beispiel benachbarter Großstädte folgend – in verdichteten Wohnlagen mobile Impfaktionen durchführen wird, um die Durchimpfung bestimmter Stadt- bzw. Bevölkerungsteile voranzutreiben. Zu diesem Thema hat der Kreis bereits mit den Städten über die örtlichen Stäbe Kontakt aufgenommen. Das MAGS NRW hat mit Eingang des 19. Impferlasses vom 05.Mai Folgendes in Aussicht gestellt: „Zu möglichen Impfungen in sozial benachteiligten Stadtteilen mit einem erhöhten Infektionsgeschehen wird das MAGS mit einem gesonderten Erlass auf die Kreise und kreisfreien Städte zugehen.“ Nach Eingang dieses angekündigten Erlasses und der Erkenntnis über die verfügbaren Impfstoffmengen wird der Kreis unverzüglich mit den kreisangehörigen Städten das weitere Vorgehen konkret abstimmen. Das Kreisgesundheitsamt ist schon jetzt damit beauftragt, die Infektionslage in „Stadtteilen mit Entwicklungspotenzial“ darzustellen, um Beurteilungsgrundlagen für eine konkrete Planung der mobilen Impfungen zu erstellen.